
Starker Reiniger mit Salzsäure und Wasserstoffperoxid, eher für Fachleute
Für wen, für wen nicht
Für wen. Laut Produkttext und Händler für Rammbrunnen mit Stahlrohren und Bohrbrunnen mit PVC-Rohren, die durch Eisen, Mangan oder Kalk zugesetzt sind, auch bei biologisch bedingter Verockerung. Der Händler nennt ihn geeignet für Trinkwasserbrunnen (Angabe des Anbieters).
Für wen nicht. Nicht für Leser ohne Schutzausrüstung und Erfahrung mit Säuren. Für Edelstahlfilter gibt es eine andere Variante (CARELA BIOspezial), die laut Händler nicht für PVC-Filter geeignet ist. Kein Mittel gegen Sand oder Wassermangel.
Datenblatt-Check
- Zusammensetzung
- Komponente 1: Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure). Komponente 2: Wasserstoffperoxid unter 8 Prozent (Händlerangabe). Der Produkttext nennt außerdem Netzmittel und Korrosionsinhibitoren.
- Anwendung
- Beide Komponenten werden unmittelbar vor dem Einsatz im Verhältnis 30:1 gemischt, die fertige Mischung verliert nach 24 Stunden ihre Wirkung. Über Schlauch und Trichter direkt in den Filterbereich einfüllen, mindestens 12 Stunden einwirken lassen, dann abpumpen.
- Neutralisation
- Bei größeren Anlagen soll laut Produkttext mit einem Neutralisator neutralisiert werden, bevor abgepumpt wird.
- Gefahr
- Gefahrgut der Klasse 8 (ätzend), Verpackungsgruppe II (UN 1789 bzw. 3264). Das braucht Säureschutz für Augen, Haut und Atemwege. Wasserstoffperoxid wirkt oxidierend.
- Menge
- Ein Satz (22 Liter) reicht laut Händler für zwei Reinigungen von Brunnen mit bis zu 3 m Filter, höchstens 100 mm Filterdurchmesser und etwa 180 mm Bohrlochdurchmesser. Für andere Maße muss die Dosierung angefragt werden.
- Trinkwasser
- Laut Produkttext ist das Mittel für den Trinkwasserbereich zugelassen. Ein Forumsbeitrag nennt einen DVGW-Prüfbescheid von 1993. Das ist alt und sollte aktuell bestätigt werden.
- Widersprüche
- Ein Text nennt Salzsäure und Phosphorsäure, der Händler Salzsäure und Wasserstoffperoxid. Der Produkttext spricht von einem Breitbandbiozid, als Desinfektionswirkstoff nennt er aber Wasserstoffperoxid.
- Noch offen
- Aktuelles Sicherheitsdatenblatt, genaue Zusammensetzung, aktuelle Trinkwasser-Zulassung, Neutralisationsmenge, Entsorgung, Eignung bei Filtern über 3 m Länge.
Einordnung (Redaktion). Das Mittel arbeitet mit starker Mineralsäure und einem Oxidationsmittel. Es ist damit deutlich aggressiver als die Zitronensäure-Mittel und gehört in die Kategorie, in der die Fachpraxis auf Fachbetrieb, Erlaubnis und Neutralisation besteht. Als Selbstanwendung sehen wir es kritisch.
Werbeargument im Produkttext. Bloßes Säuern löse die Krusten nur unvollständig, weil Bakterien sie schnell wieder aufbauen. Das ist nicht unabhängig belegt. Ob ein Biozid nötig ist, klärt am besten ein Fachbetrieb mit Kamera und Wasseranalyse.
Nicht kombinieren. Das Wessoclean-Datenblatt nennt Oxidationsmittel und Metalle als unverträglich. Mittel nie mischen oder nacheinander im selben Brunnen ansetzen, ohne gründlich zu spülen.
Wasserrecht. Chemische Regenerierung und Desinfektion bringen Stoffe ins Grundwasser und brauchen fachlich eine wasserrechtliche Erlaubnis. Neutralisation und Entsorgung sind hier besonders wichtig.
Was du sonst noch brauchst
Säureschutz (Brille oder Gesichtsschutz, Handschuhe, Schutzkleidung), Kunststoffbehälter, Plan für Neutralisation und Entsorgung, Eimer und Stoppuhr.
Wann lieber ein Profi
Bei Trinkwasserbrunnen, Wärmepumpenbrunnen, Edelstahl oder unklarem Filtermaterial, langen Filtern oder wenn du noch nie mit Säuren gearbeitet hast. Wir empfehlen dieses Produkt grundsätzlich für Fachbetriebe oder sehr erfahrene Anwender.