Erst klären, was los ist. Sand, Eisenbeläge, Schleim und zu wenig Grundwasser brauchen verschiedene Lösungen, und ein Reiniger hilft nur bei zugesetztem Filter. Der Einlauftest zeigt, ob der Filter frei ist.
Schritt 1: Ursache klären
Ein Brunnen, der weniger Wasser liefert, ist nicht automatisch verschmutzt. Das Rohr zu säubern bringt wenig, wenn der Kies außen oder der Boden zu ist, und gar nichts, wenn eigentlich der Wasserstand oder die Pumpe das Problem ist.
- Mach den Einlauftest. Er zeigt, ob die Filterstrecke frei ist.
- Miss die Fördermenge mit Eimer und Stoppuhr und vergleiche sie mit früher.
- Miss Ruhe- und Betriebswasserstand. Eine starke Absenkung spricht für einen zugesetzten Filter.
- Beantworte die Fragen im Brunnen-Check, wenn du nicht sicher bist, was bei dir vorliegt.
Schritt 2: Die passende Maßnahme wählen
- Eisen- und Manganbelag (Verockerung): Regenerierung. Bei Klein- und Gartenbrunnen gibt es Fertigreiniger mit Anleitung, sonst übernimmt ein Fachbetrieb.
- Sand im Wasser (Versandung): Hier hilft kein Reiniger. Meist passt der Filter nicht zum Boden oder wurde nicht sauber entwickelt.
- Zu wenig Wasser (Versiegen): Erst Wasserstand und Pumpe prüfen, bevor du Geld in Chemie steckst.
- Schleim und Geruch (Verschleimung): Biofilm braucht eine eigene Einschätzung, am besten mit Fachbetrieb.
Was du lassen solltest
- Keine Hochdruckreiniger und keine Druckluft im Brunnen. Das kann Schlitze beschädigen und den Kies setzen.
- Die Pumpe nicht trockenlaufen lassen.
- Keine Chemie, solange das Material von Filter, Rohr und Pumpe nicht feststeht.
Wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist
Ein Fachbetrieb reinigt mechanisch (Bürsten, Auspumpen, Spülen), bei fortgeschrittener Alterung zusätzlich chemisch, und kontrolliert danach mit Kamera und Fördermenge. Bei Trinkwasserbrunnen, tiefem Wasserstand oder Sand ist das der richtige Weg.
Wasserrecht nicht vergessen
Chemische Regenerierung bringt Stoffe ins Grundwasser und braucht fachlich eine wasserrechtliche Erlaubnis. Wie das bei Gartenbrunnen gehandhabt wird, sagt dir die Untere Wasserbehörde. Auch das Abpumpwasser vorher mit dem Kanalbetreiber klären.
Weiterlesen: Einlauftest: Versandet oder verockert?